Wenn ich da klicken könnte...

Studien rund um Benutzerfreundlichkeit bringen oft erstaunliche Ergebnisse. Seit im Mai 2004 wieder einmal Usability-Guru Dr. Jakob Nielsen darauf aufmerksam gemacht hat... hat sich fast nichts verändert.

Computermaus: Nahaufnahme einer Computermaus mit Scollrad © echonet

  • Computermaus: Nahaufnahme einer Computermaus mit Scollrad © echonet .
  • Linkfarbe: Google verwendet den Code #0000CC © echonet .
  • Linkfarbe: Microsoft verwendet den Code #0044CC © echonet .
  • Linkfarbe: echonet verwendet den Code #094891 © echonet .
  • Computermaus: Nahaufnahme einer Computermaus mit Scollrad © echonet
  • Linkfarbe: Google verwendet den Code #0000CC © echonet
  • Linkfarbe: Microsoft verwendet den Code #0044CC © echonet
  • Linkfarbe: echonet verwendet den Code #094891 © echonet

Darum geht es hier: Wer möchte, dass die Links auf seiner Webseite geklickt werden, sollte sie einfärben und wenn möglich auch unterstreichen. Links, die schon von den eigenen Mitarbeitern auf der eigenen Homepage nicht als solche erkannt werden... sind für den Anbieter ein Problem. Probieren Sie es ruhig einmal mit Blau und Unterstrichen.

Was ist blau und unterstrichen?

Nicht nur, aber auch Google, hat uns gelehrt was wir im Internet anklicken sollen. Die Frage, ob zuerst Google die Links blau gemacht hat oder die Links zuerst blau waren und Google das übernommen hat, ist schon beantwortet. Google entstand erst im Jahr 1998, die Spezifikation für HTML 3 (als die Farbe im Text aufkam), stammt dagegen aus der Feder des W3C vom März 2005. Erst 1 Jahr später, im Jänner 2006 starteten Sergey Brin und Larry Page die Suchmaschine Google (damals noch als Subseite der Universität Standford unter der Adresse google.standford.edu).

Im Web hat sich der Standard, dass Hyperlinks farbig und unterstichen sind weitgehend durchgesetzt. Blau hat sich dabei auch als die üblichste (aber natürlich nicht einzig zulässige Farbe) einen Namen gemacht.

Nicht erkennbare Links führen zu Nichtklicks

In Usability-Tests mit Testpersonen bei echonet kommt es auch am Beginn des 2. Jahrzehntes im neuen Jahrtausend immer noch zu Problemen mit Links auf Webseiten, wenn diese nicht klar unterstrichen und (oder) farbig gekennzeichnet sind. Bei Usabilitytests wird oft so vorgegangen, dass die Testpersonen eine bestimmte Aufgabenstellung bekommen und wir ihnen dann zuhören. Kommentare mit Hinweis auf einen Link klingen dann so: "Wenn ich hier klicken könnte... würde ich hier klicken." (Fährt mit der Maus hin um dem Tester zu zeigen, wo die Person hinklicken würde - plötzlich erscheint die bekannte "Hand"). Erst dann stellt die Testperson fest, dass man tatsächlich darauf klicken kann.

Diese Problemlinks haben eine Übereinstimmung: Sie sind meist nicht farblich gekennzeichnet und - auf Wunsch des Designers - auch nicht unterstrichen.

Blau ist dabei immer noch die Farbe der Wahl, wenn nicht grobe Designprobleme dagegen sprechen, ist blau nach wie vor anzuraten. Es nützt nichts in Schönheit zu sterben, wenn die User nicht auf die Links klicken.

Links in Farbe

Welche Farbe exakt es sein sollte, daran forschen die Betreiber von Suchmaschinen - für manche von ihnen ist das auch bares Geld wert:

Microsoft findet das 80-Millionen-Dollar-Blau

Es ist nicht bloß eine Farbe: Microsoft hat für die Links seiner Suchmaschine Bing verschiedene Blautöne getestet. Dabei fanden die Entwickler ein Blau, bei dem die Nutzer deutlich häufiger klicken. Jetzt hofft das Unternehmen auf zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe.

Quelle: Der Spiegel (Spiegel Online) "Microsoft findet das 80-Millionen-Dollar-Blau"

Die Farbe, die Microsoft übrigens gefunden hat, ist mit dem Hexadezimalcode #0044CC versehen. Google verwendet einen leicht dünkleren Farbton mit dem Farbcode #0000CC. Beide Unternehmen leben davon, dass die User in ihren Ergebnissen auf die Links klicken (und eventuell auch mal auf die Werbung) und haben entsprechend viel Arbeit in die Erforschung der am häufigsten geklickten Farben investiert.

Weitere funktionierende Linkkennzeichnungen

Es gibt noch mehr als die Farbe um Links für die Anwender zu kennzeichnen. Favorit von weiteren möglichen Kennzeichnungen (Achtung: Zusätzlich zur Farbe, nicht als einziges Kennzeichen) ist Unterstrichen. (Übrigens führt das auch dazu, dass Sie im Internet generell sonst nichts unterstreichen sollten!)

  1. Unterstrichen
  2. Icon-Symbole neben den Links

Andere Möglichkeiten der Textkennzeichnung gibt es zwar und diese können auch verwendet werden, bei guter Usability ist aber immer zu bedenken, dass diese Kennzeichnungen auch eine andere Bedeutung haben können (zB strichlierte Unterstreichungen, fetter Text...)

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